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28/10/2011 Diesjähriger Sacharow-Preis geht an fünf Aktivisten des "Arabischen Frühlings"

Das mit Spannung erwartete Ergebnis steht fest: Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit 2011 wurde heute früh vom Europäischen Parlament einer Gruppe von Aktivisten des Arabischen Frühlings verliehen.

Nicht eine, sondern gleich fünf Personen werden somit heute für ihren Einsatz für Menschenrechte und Grundfreiheiten geehrt.

Die Preisträger sind: der tunesische Straßenhändler Mohamed Bouazizi, der sich am 17. Dezember 2010 selbst in Brand setzte und damit eine Welle des Aufbegehrens der Bevölkerung in Nordafrika und dem Nahen Osten auslöste. Er erhält die Auszeichnung posthum; mit seiner Geste, an deren Folgen er zwei Wochen später sterben sollte, hatte er seine Lebensbedingungen und die Korruption und Brutalität der Behörden angeprangert.
Die ägyptische Aktivistin Asmaa Mahfouz, Mitbegründerin der „Jugendbewegung des 6. April“, hatte ihre Mitmenschen dazu aufgerufen, sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu versammeln. Die daraus entstandene Bewegung führte schließlich zum Sturz des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak.
Der 77 jährige lybische Dissident Ahmed al-Zubair Ahmed al-Sanusi verbrachte aufgrund seiner Opposition gegen das Regime Muammar al-Gaddafis 31 Jahre hinter Gittern.
Die 34 jährige syrische Menschenrechtsanwältin Razan Zeitouneh führt eine Gruppe von Bürgerrechtlern an, die die Protestbewegung in Syrien koordinieren.
Der syrische politische Karikaturist Ali Farzat wurde im August dieses Jahres von syrischen Sicherheitskräften zusammengeschlagen; dabei wurden ihm beide Hände gebrochen.

Die fünf Vertreter des „Arabischen Frühlings“ waren gemeinsam von der EVP-Fraktion, den Sozialisten, den Liberalen und Demokraten und den Grünen nominiert worden – das Ergebnis ist daher nicht überraschend.

Die beiden anderen Finalisten, deren Namen vergangene Woche veröffentlicht wurden, waren der weißrussische Bürgerrechtler Dzmitry Bandarenka und die Gemeinschaft der kolumbianischen Kleinbauern  („campesinos“) San José de Apartado.

Im vergangenen Jahr ging der Sacharow-Preis an den kubanischen Dissidenten Guillermo Fariñas, der mit zahlreichen Hungerstreiks gegen das kommunistische Regime in Havanna protestiert hatte. Persönlich konnte er seine Auszeichnung im Dezember 2010 in Straßburg jedoch nicht entgegennehmen, da er von den kubanischen Behörden an der Ausreise gehindert wurde.

Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit, auch EU-Menschenrechtspreis, wird seit 1998 vergeben und ist mit einem Preisgeld von 50.000 Euro dotiert. Er wird am 14. Dezember in Straßburg feierlich überreicht.

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