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20/03/2012 Europa und Sie: Von Legehennen und Hormon-Rindfleisch

Jede Woche beleuchtet Touteleurope.eu, was die Europäische Union für Sie tut: für Ihre Rechte, Ihre Gesundheit, Ihren Alltag. Diese Woche steht die Frage des Preisanstiegs für Hühnereier im Mittelpunkt – eine direkte Auswirkung der verbesserten Haltungsbedingungen für Legehennen. Gleichzeitig zieht das vom Europäischen Parlament verabschiedete Übereinkommen über Importe von hochwertigem Rindfleisch einen Schlussstrich unter einen 20 jährigen Handelsstreit zwischen der EU, den USA und Kanada.

Schutz der Legehennen kommt die Produzenten teuer zu stehen

Die 1999 verabschiedete und seit 1. Januar dieses Jahres in Kraft getretene europäische Richtlinie zum Schutz der Legehennen verbessert deren Lebensbedingungen sichtbar. 80 % aller französischen Legehennenhaltungen müssen modernisiert werden, um den neuen europäischen Standards zu entsprechen. Drei Monate nach Inkrafttreten, und trotz Mahnungen aus Brüssel, entsprechen laut Angaben des französischen Ausschusses CNPO 10 % der französischen Legehennenbetriebe noch immer nicht den neuen.

Die Richtlinie schreibt vor allem mehr Käfigfläche pro Tier vor (750 cm² anstatt 550 cm²) bzw. eine Besatzdichte von weniger als 9 Legehennen pro m² nutzbarer Fläche bei Bodenhaltung). Die Käfige müssen außerdem besser ausgestattet sein (Nest, Sitzstange, Streu, Trinkvorrichtung).


Die Eierproduktion für die Lebensmittelindustrie (zur Herstellung von Keksen, Fertigkuchen oder Teig), die an Quoten gebunden ist, hat die Auswirkungen der Modernisierung in den Hühnerhaltungen stark zu spüren bekommen. Die Preise für Hühnereier, die im Supermarkt im Karton verkauft werden, sind hingegen stabil (sie sind für eine bestimmte Dauer festgeschrieben, beruhend auf einer Absprache zwischen Produzent und Supermarkt).

Die von den Eierproduzenten durchgeführten Modernisierungsarbeiten haben zu Produktionsunterbrechungen geführt, was sich auf dem Warenmarkt mit Preisanstiegen von bis zu 75 % niedergeschlagen hat. Jedoch sollen sich die erhöhten Eierpreise nicht auf die Preise für industriell gefertigte Backwaren auswirken, wie Jean-Loup Allain, Generalsekretär der französischen Gewerkschaft der Teigwarenhersteller, bekräftigt, da der Großhandel sich gegen eine Neuverhandlung der Lieferverträge sträubt.

Vor allem die Länder im Osten Europas befürchten Versorgungsengpässe, und das kurz vor Ostern. Dort besteht zu Ostern traditionell ein großer Bedarf an Hühnereiern, denn diese werden bemalt und versteckt. Mehrere europäische Länder haben deshalb eine Preissenkung für Hühnereier aus den USA, Mexiko oder der Türkei verlangt.

Das Ende des Handelsstreits um Hormon-Rindfleisch

Gestern stimmte das Europäische Parlament mit großer Mehrheit dem Handelsabkommen zwischen der EU, Kanada und den USA über Importe von hochwertigem Rindfleisch zu. Damit endet ein Konflikt, der 1988 begann, als die EU die Einfuhr von hormonbehandeltem Rindfleisch aus diesen beiden Ländern verbot.

Daraufhin erhoben Kanada und die USA 1999 mit Rückendeckung der Welthandelsorganisation (OMC) Einfuhrzölle auf zahlreiche europäische Erzeugnisse (u. a. Roquefort-Käse, Schokolade oder Senf). Insgesamt betrug der Wert der betroffenen Erzeugnisse jährlich 116.8 Mio. US-Dollar, bzw. 11.3 Mio. kanadische Dollar.

Internationales Kakao-Abkommen: Am 14. März stimmte das Europäische Parlament diesem Abkommen zu, das die Zusammenarbeit zwischen Hersteller- und Importländern verstärkt. Der Kakao für die europäische Schokoladenindustrie – die größte der Welt – stammt zu 80 % aus Westafrika. Das Abkommen zielt darüber hinaus auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf den Kakaoplantagen, die zu 90 % in Afrika liegen, und auf eine Eindämmung der in diesem Sektor sehr hohen Kinderarbeit.


Das im Mai 2009 verhandelte Abkommen sieht vor, die Einfuhrquoten für nicht hormonbehandeltes amerikanisches Rindfleisch auf 48 200 Tonnen jährlich anzuheben. Der französische Europaabgeordnete José Bové (Grüne) begrüßt 13 Jahre nachdem er das McDonalds in Millau mit verwüstete, um gegen die von den USA und Kanada beschlossenen Einfuhrzölle zu protestieren, diesen „schönen Sieg“. Die französische Delegation der EVP spricht ihrerseits von einem „Sieg der europäischen Diplomatie“, um nachzuschenken: „Gesiegt hat vor allem der Respekt des europäischen Verbrauchers.“
 
Europäische Strategie zum Kampf gegen Diabetes

In einem am 14. März verabschiedeten Bericht sind die Europaabgeordneten auf die Idee einer europaweiten Strategie zur Bekämpfung von Diabetes eingegangen. Viele Menschen wissen nicht, dass sie an Diabetes erkrankt sind. Dabei kann die Krankheit zahlreiche schwerwiegende Folgen haben, z. B. Herzinfarkt, Erblindung usw.

10 % der europäischen Bevölkerung sind von Diabetes betroffen, d. h. 32 Mio. Menschen. Diabetes verursacht jährlich 325 000 Todesfälle. Bis 2030 könnten aufgrund der Bevölkerungsalterung bis zu 16.6 % aller Europäer von der Krankheit betroffen sein.


Die EU-Strategie basiert auf mehreren Ansätzen, etwa der Förderung einer gesunden Ernährung, der Erhöhung körperlicher Betätigung sowie der Früherkennung. Das europäische Parlament fordert, dass die Diabetes-Forschung in Europa besser koordiniert und finanziert wird und dass die einzelnen Mitgliedstaaten nationale Programme zur Bekämpfung von Diabetes ausarbeiten.

Vereinfachung des grenzüberschreitenden Erbrechts

Probleme bei Erbschaften, bei denen der Tod einer Person die Rechtssysteme verschiedener Mitgliedstaaten berührt, sind auf EU-Gebiet relativ häufig. Etwa 10 % aller Erbschaften, d. h. etwa 450 000 im Jahr, werden grenzüberschreitend abgewickelt und betreffen einen Wert von 123 Milliarden Euro.

Die am 13. März angenommene Entschließung zielt darauf ab, die auf europäischem Gebiet anzuwendenden Prinzipien bei internationalen Erbschaften zu vereinfachen. Zwei Prinzipien definieren klar, welches Rechtssystem angewandt werden soll, sobald eine Erbschaft mehr als zwei Mitgliedstaaten betrifft:

  • Wenn jemand in einem Mitgliedstaat stirbt, der nicht sein Heimatland ist, soll die Erbschaft nach den Regeln des Mitgliedsstaates abgewickelt werden, in dem er zuletzt seinen ordentlichen Wohnsitz hatte.
  • Jeder Mensch hat jedoch die Möglichkeit, testamentarisch festzulegen, dass seine Erbschaft nach den Regeln seines EU-Ursprungslandes abgewickelt wird. Für die Europaabgeordneten erlaubt diese Maßnahme einem Menschen, der im EU-Ausland lebt, „eng mit seinem Heimatland verbunden zu bleiben. Denn er kann sicherzustellen, dass die in seinem Heimatland vorgesehenen Bestimmungen zum Tragen kommen, etwa im Fall von Schenkungen, die er zu Lebzeiten vornimmt“.


Der vom Parlament angenommene Text sieht ebenfalls die Einführung eines „Europäischen Nachlasszeugnisses“ vor, das es einer Person ermöglicht, wenn sie es wünscht, die gerichtliche Zuständigkeit vorab festzulegen. Mit diesem Zeugnis sollen Erben und Gläubiger ihren Status und ihren Rechtsanspruch in einem anderen Mitgliedstaat beweisen können.

Diese Verordnung, die nun noch vom Rat verabschiedet werden muss, kommt in Großbritannien, Irland und Dänemark nicht zur Anwendung, denn die drei Länder haben von ihrem Rückzugsrecht Gebrauch gemacht.

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